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Lukullische Mitbringsel: Fleischwurst, Bratkartoffeln und Brombeerschnaps

Der heilige Nikolaus beim "Verkasematuckeln" von Mitbringseln aus einem "Bildungsurlaub"
Zeichnung: Raimund Schüller

Mal ehrlich, Hochsommer und Weihnachten, passt das zusammen? Aber ja! Denn erstens werden im Weihnachtshimmel bereits Vorbereitungen für den wichtigsten und schönsten Abend des Jahres getroffen und zweitens treten etliche Weihnachtsengel ihre wohlverdienten Urlaube an. Dieses Privileg, das den anderen Engeln nicht zusteht, ist seit 1880 im Himmlischen Arbeitsrechtsgesetz geregelt. Doch handelt es sich dabei nur selten um Lustreisen, die die Himmelsbewohner zur Erde unternehmen. Sie sollen, so der Wunsch des heiligen Nikolaus, nicht den Bezug zu den Menschen, ihren Lebensformen und vor allem ihren Wünschen verlieren. Man könnte diese Urlaube daher auch als "Bildungsreisen" bezeichnen. Nun gut, der Chef des Weihnachtshimmels hat natürlich Privilegien. Er liebt die feinen Sandstrände Brasiliens, an denen er den Müßiggang pflegt und dort nur allzu gerne mit zwei prall gefüllten Eistüten in den Händen entlang bummelt. Modisch pflegt er dabei den "Retro-Style", denn seine Badehose aus Samt ist aus einem alten Ornat geschneidert. Die Zeichnung oben zeigt den immer hungrigen Nikolaus beim "Verkasematuckeln" von Mitbringseln: Alexis hatte diese seinem Chef im Jahre 1923 verehrt, als er von einem "Zwangsurlaub" zurückkehrte. Diesen hatte er vor allem unter Tage verbracht und dort auch mit Berthold, einem Kumpel, nähere Bekanntschaft geschlossen. Dessen Gattin Margarethe hatte nicht nur das Herz auf dem rechten Fleck, sondern sich auch als begnadete Köchin erwiesen. "Köstlich" seien vor allem ihre Bratkartoffeln gewesen, nicht zu vergessen Bertholds selbstgebrannter Brombeerschnaps, so das lobende Urteil des obersten Weihnachtsmannes. Wie, das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie selbst. Sie finden die passende Geschichte im ersten Band der erbaulichen Erinnerungen des Alexis.