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Eine Klopperei zur rechten Zeit ist des Weihnachtsengels Freud'

Eine Klopperei zur rechten Zeit ist des Weihnachtsengels Freud'
Zeichnung: Raimund Schüller

Immer brav auf der Wolke sitzen und Harfe spielen, das sei auf die Dauer auch für den geduldigsten und fügsamsten Engel langweilig, berichtet Alexis. Was käme da besser gelegen als eine kleine Rauferei? Ja, liebe Leser, im Himmel kloppt man sich mitunter, bis die Fetzen ... äh, nein, die Flügel fliegen. Ein heikles Unterfangen, denn Engelsflügel sind äußerst empfindliche Gliedmaßen und es dauert eine lange Zeit, bis sie nachwachsen.

Der Lieblingsfeind des Alexis aus ehemaligen Pariser Tagen heißt Richard und taucht erstmals im Band "Alexis - Ein Weihnachtsbengel erzählt ..." auf. Alexis muss mit ihm im Jahre 1944 auf Geheiß des Bischofs von Myra nach Hangelar zur Bescherung ausrücken, was ihm überhaupt nicht passt, denn er ahnt, dass es Probleme geben wird. Zurück im Weihnachtshimmel entlädt sich dann die Wut des Alexis auf die "stinkende Kanalratte" Richard in einer zünftigen Rauferei, an der bald eine ganze Engelschar teilnimmt. Natürlich bekommt der heilige Nikolaus Wind von der Angelegenheit und wird richtig wütend. 

Auch Fechtgänge werden mitunter praktiziert. Alexis beherrscht diese kunstvolle Art des Kampfes natürlich perfekt, entstammt er doch einer Zeit, in der sehr häufig Fehden mit dem Degen oder dem Florett ausgetragen wurden.

Wo es manchmal richtig zur Sache geht, ist die Gaststätte "Zum Fegefeuer", die an der großen Himmelstreppe zwischen Himmel und Hölle liegt. Die Kneipe wird abwechselnd von Engeln und Teufeln geleitet. Wenn es da zu einer Prügelei kommt, geht das Mobiliar in die Brüche. "Tresenkämpfe" nennt Alexis diese Art der Auseinandersetzung und hat seinen Spaß daran.