Der Krummziebel Josef und die himmlischen Backstuben

Der Krummziebel Josef und die himmlischen Backstuben
Zeichnung: Raimund Schüller

"Wir schrieben das Jahr 1937. In diesem Jahr hatte man Josef, der 1895 das Licht der Welt erblickt hatte, in Wien auf offener Straße zusammengeschossen. Denn er war zu Lebzeiten Kommunist gewesen, eine politische Grundhaltung, die sich in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wohl kaum einer großen Beliebtheit erfreute. Der Faschismus regierte, und unzählige Menschen kamen dabei ums Leben ..."

 

So beginnt Alexis  im ersten Band die Biografie seines besten Freundes Krummziebel Josef.

Der Wiener war nämlich zu Lebzeiten ein begnadeter Konditor (Oder sagt man in Wien "Zuckerbäcker"?) gewesen und hatte eine führende Position im legendären Hotel Sacher innegehabt.

Doch frönte er neben seinem Beruf, dem er ebenfalls mit großer Leidenschaft nachging, einer weiteren Passion: Als begnadeter Zocker gewann er fast jede Partie. 

An jenem schicksalsschweren Abend in Wien im Jahre 1937 war es allerdings zu einem Straßenkampf zwischen linken und rechten Politik-Gegnern gekommen. Ausgerechnet der Bursche, der vorhin seine Barschaft an Josef verloren hatte und der nun zufällig an diesem Kampf teilnahm, richtete seine Waffe gegen den Konditormeister.

Ob es nun ein  Mord aus politischen Motiven war, oder einfach Rache, diese Frage lässt Alexis unbeantwortet. Fest steht aber, dass die Seele des Wieners auf direktem Wege in die Hölle fuhr. Dort blieb sie für eine gewisse Zeit, bis - ja, bis sie die Teufel auf direktem Wege in den Himmel beförderten, denn der Krummziebel Josef hatte mit dem Boss der Hölle gepokert und gewonnen. So etwas mögen Teufel gar nicht, weshalb man den Konditormeister, beziehungsweise seine Seele, dann auch auf direktem Wege in den Himmel katapultierte.

Dort saß er nun auf seiner Wolke und langweilte sich furchtbar, bis er den unvergleichlichen Weihnachtsengel Alexis traf.

 

Nun zu den Backstuben selbst: Sie umspannen die Erde wie ein Äquator und sind wahrhaft riesig. Es gibt zum Beispiel eine Christstollenbäckerei, eine Original Nürnberger Lebkuchenproduktion, aber auch eine Fein- und Tortenbäckerei.

In der Knusperhäuschenwerkstatt kleben die Seelen berühmter Baumeister Lebkuchenplatten aneinander, formen Schornsteine und verzieren am Ende das Ganze mit einem Guss aus Zucker, Eiweiß und Schokolade.

 

Natürlich hatte es auch schon vor dem Jahre 1937 Bäcker und Konditoren gegeben, die diese überdimensionale und bestens organisierte Produktionsstätte mehr oder minder qualifiziert geleitet hatten. Doch der Krummziebel Josef schlug sie alle. Ein schweigsamer Arbeiter, ein Créateur der unglaublichsten Back-Erzeugnisse, aber, obwohl vor allem Betriebsstättenleiter, durchaus zur Teamarbeit fähig. Wenn es zeitlich eng wird bis zum Heiligabend, dann sieht man den ehemaligen Sacher-Konditor oft höchstselbst an den überdimensionalen Backtischen bis zu den Ellenbogen versenkt in den monströsen Backschüsseln hingebungsvoll Teig kneten. 

 

Der Krummziebel Josef ist nicht nur der oberste himmlische Zuckerbäcker, sondern auch der beste Freund von Alexis. Gemeinsam bestehen die beiden einige Abenteuer, z.B. als es gilt, den Weihnachtsmann aus der Hölle zu retten. Aber lesen Sie selbst ...